Zauberei in der Handwerkskunst
“Meine Reise nach Kuslik war höchst aufschlussreich. Wie ihr wisst, habe ich in den vergangenen Jahren einen bescheidenen Beitrag zur Erforschung der Handwerkszauberei geleistet. Nachdem ich nun die Gelegenheit genutzt habe, mich mit einigen Collega auszutauschen, scheint es mit ausgemacht, dass sich die Forschungen in diesem Feld in Zukunft nicht mehr auf die Herleitung von Zauberformeln aus dem Accuratum konzentrieren werden. Im Kreis der Fachleute ist man vielmehr zu der Auffassung gelangt, dass dieser Cantus eher ein Spezialfall sei und sich nicht als Grundform für weitere Zauberformeln eigne. Denn der Accuratum ersetzt die handwerkliche Tätigkeit vollständig, Kenntnisse der Schneiderei sind zwar hin und wieder nützlich, jedoch verzichtbar. Es wird davon ausgegangen, dass die sympathetische Beziehung zwischen den gewobenen Fäden und dem Aufbau einer Zaubermatrix es hier ermöglicht, dass die formende Vorstellung des Zaubernden ganze Arbeit leisten kann. Bezogen auf andere Handwerkskünste ist ein solch enger Zusammenhang jedoch nicht vorhanden und die Verknüpfung von profaner Tätigkeit und Zauberformel muss somit nach anderen Prinzipien erfolgen. Nicht wenige Collega empfinden weitere Forschungen in diesem Feld nun als im Wortsinne zu profan. Dies sollten wir aber als Möglichkeit betrachten, auch einmal im Kreise der Forschenden Ansehen zu erlangen. Durch die Handwerkerinnen in unseren Werkstätten haben wir ausnahmsweise beste Voraussetzungen, die Potentiale arcaner Unterstützung handwerklicher Tätigkeiten zu erforschen. Eine geringfügige Aufstockung meiner Mittel würde also enorme Möglichkeiten bergen,”
- Magister Rudegar von Yoledamm zur damaligen nostrischen Spekatabilität, Yasmine von Lyckmoor. Nostria 1026
“Besonderes Augenmerk für eine Theorie der Physiogenese des magischen Dilettantismus verdient die arcane Minderbegabung bei jungen Handwerksgesellen. Sie sind aufgrund der täglichen Arbeit so stark mit ihrem Handwerk verbunden, dass sich auch ihr magisches Talent gewissermaßen hieran ausbildet. In der jugendlichen Drangphase noch oft mit unkontrollierten Effekten verbunden, vermögen viele dieser Handwerkerinnen den astralen Fluss fortschreitend zu kontrollieren und so Werkstücke zu schaffen, die ihre magisch unbegabten Zunftgeschwister nur mit allerhöchster Fertigkeit zustande zu bringen in der Lage sind. Welch beeindruckenden Werke sollten diesen magischen Dilettanten also möglich sein, sobald sie durch unsere Zunft gezielt unterwiesen würden?”
- Shahane Zibelius, Adepta prima von Magister Perdan Weihenwacht von Perricum, die untersucht wie man die Schulung magisch begabter Handwerker ähnlich der Ausbildung von Alchimisten konzeptionieren muss.
Nach der weiten Verbreitung des Accuratum wurde teilweise euphorisch nach weiteren Handwerksformeln geforscht. Zwar wird das Potential dieser Forschungen mittlerweile deutlich nüchterner eingeschätzt, dennoch wurden mancherlei Zaubervarianten ersonnen, die handwerkliche Tätigkeit und Zauberspruch so aufeinander abstimmen, dass die handwerkliche Tätigkeit magisch unterstützt werden kann.
Voraussetzungen: ZfW des jeweiligen Zaubers >6, TaW des passenden Handwerks >10
Die Möglichkeiten handwerkliche oder andere profane Tätigkeiten durch Zaubersprüche zu unterstützen werden in der Formelsammlung des Kusliker Hesindetempels beschrieben. Dieser Codex Cuslicana enthält keine Zauberthesen, sondern versammelt lediglich Praxisberichte, Analysen und neueste Entwicklungen bekannter Zauberformeln.
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